Umfrageergebnisse

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März bis Mai 2022 / 51 TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Branchen / in der Mehrzahl in Führungspositionen

Ob in der Politik oder im privaten Umfeld, im öffentlichen Diskurs oder am Familientisch, im Arbeitsalltag oder bei täglichen Konsumentscheidungen:

Der Wandel hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsform ist ein zentrales Thema im Alltag der Befragten.

 

Nach Ansicht der Teilnehmenden sind hierfür vor allem Veränderungen in der Wirtschaft sowie in unserem Konsumverhalten notwendig. Einen Wandel in der Politik halten nur 20% für entscheidend, einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur nur 14%.

Allerdings glaubt eine Mehrheit der Befragten auch, dass ein prinzipieller Widerstand gegen Veränderungen in unserer Gesellschaft den notwendigen Wandel erschwert.

Auch in den Unternehmen ist der Wandel zur Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema,

 

bei mehr als der Hälfte der Befragten sogar Teil der Unternehmensstrategie.

Meist sind es die Geschäftsführung und/oder eigens eingesetzte Nachhaltigkeitsbeauftragte, die das Thema verantworten. Allerdings, so scheint es zumindest in den Augen der Befragten, nur mit mittelmäßigem Erfolg:

Viele TeilnehmerInnen kritisieren, insbesondere in den freien Kommentaren, die mangelnde Umsetzung und Folgenlosigkeit der Green Transformation in ihrer Organisation. Weit mehr als die Hälfte stuft die Nachhaltigkeit des eigenen Unternehmens als höchstens mittelmäßig ein, und glaubt, dass genau das auch der öffentlichen Wahrnehmung entspricht.

Dabei sind es gerade die veränderten Bedürfnisse der Kunden, die als Haupt-Treiber für Veränderungen wahrgenommen werden.

 

Den größten Wandel verortet die Mehrzahl der Befragten demnach auch in den Bereichen Marketing und Produktentwicklung. 40% der Umfrage-TeilnehmerInnen identifizieren in der Produktion und in Forschung und Entwicklung auch das größte Wandlungs-Bedürfnis. Insbesondere die Lieferkette und der Umgang mit Ressourcen werden als wichtige Handlungsfelder für mehr Nachhaltigkeit angesehen.

Aber auch über die genannten Bereiche hinaus, nehmen mehr als 75% der Befragten bei ihren Kolleginnen und Mitarbeitern hohe Dringlichkeit und Motivationskraft beim Thema Nachhaltigkeit war. Und dennoch:

Gerade einmal die Hälfte der Befragten glaubt, dass sich ihr Unternehmen in den nächsten drei Jahren tatsächlich wirkungsvoll verändern wird.

 

Über 50% gehen davon aus, dass eine erfolgreiche Transformation nicht ohne Änderung des Unternehmensziels oder Geschäftsmodells ihrer Organisation möglich sein wird. Doch für einen erfolgreichen Wandel mangelt es in den Augen vieler an Ideen und Innovationen, an Agilität und Offenheit, vor allem aber an einem überzeugenden Zukunftsbild.

Wenig verwunderlich also, dass sich in Hinblick auf den Wandel knapp 50% der Befragten Sorgen um die Profitabilität des eigenen Geschäftsmodells machen und mehr als 25% befürchten, dass andere Wettbewerber schneller Lösungen finden werden. Der momentane Anteil nachhaltiger Produkte im Portfolio des eigenen Unternehmens wird von den meisten auf weniger als 20% geschätzt.

Allerdings sehen fast 70% der Befragten im Wandel auch eine große Chance

 

insbesondere für eine höhere Wirksamkeit ihres Unternehmens oder ein attraktiveres Produktportfolio. Und auch die aktuellen Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf die verschiedenen Anspruchsgruppen, schätzen die meisten eher positiv ein.

Welche Wirkung der eigene Wandel zur Nachhaltigkeit in den Unternehmen aber tatsächlich hat, wird bisher in den meisten Organisation nicht, oder nur im Rahmen von Zertifizierungen gemessen.

Den allermeisten Teilnehmer an unserer Umfrage ist der Wandel zur Nachhaltigkeit ein persönliches Anliegen.

 

Viele bemühen sich aktiv darum, ihr Wissen zu vergrößern und durch Ihr eigenes Verhalten, insbesondere beim Konsum und in der Kommunikation mit anderen einen aktiven Beitrag zu leisten.

Sie sehen eine Transformation der Wirtschaft als zentralen und wirkmächtigsten Erfolgsfaktor für den weltweiten Wandel zur Nachhaltigkeit an. Umso drängender ist das Bedürfnis nach mehr Nachhaltigkeit dort, wo sich der eigene Wirkraum und die Gestaltungsmacht der Wirtschaft überlagern, nämlich im eigenen Unternehmen.

Das enorme Wandlungs- und Gestaltungspotential das hieraus entsteht, wird in den meisten Organisationen bisher so gut wie gar nicht genutzt.

 

Und das, obwohl doch die allermeisten sowohl enormen Handlungsdruck verspüren als auch die Transformation in ihrer Organisation aktiv unterstützen wollen.

Beruht der geringe Fortschritt vielleicht gar nicht auf der so häufig vorgebrachten Wandlungsaversion „der Anderen“, sondern vielmehr auf einem Mangel an Austausch und Kommunikation mit ihnen? Sind vielleicht viel mehr zu echten Veränderungen bereit als wir denken?

Es würde sich sicherlich lohnen das herauszufinden!